Am Mittwoch 25.01.2023 hatte das Vorstandsteam des LandFrauenVereins Mühlhausen/Tairnbach/Dielheim einen Termin zur Spendenübergabe beim Tafelladen in Wiesloch. Durch den Erlös beim Kuchenverkauf und am Weihnachtsmarkt in Dielheim kam eine stattliche Summe von 500 € zusammen, die wir zweckgebunden für den Einkauf von Lebensmittel spenden konnten. Frau Sonja Huth, Initiatorin und Vorsitzende des Vereins freute sich über die Spende und bedankte sich sehr herzlich. Damit können wir Dinge kaufen, an denen wir Mangel haben, wie Butter, Olivenöl, Wurst, Fischkonserven, Reis und Nudeln.

Der Zukauf von Lebensmitteln für Tafeln ist normalerweise ausgeschlossen. Das besagt die Satzung des Bundesverbandes wohl aus steuerlichen Gründen. Bis Ende Juli gilt noch eine Sondergenehmigung.

Durch die steigenden Lebensunterhaltskosten kommen viele Menschen nicht mehr über die Runden, und sind daher auf die Tafeln angewiesen.

Seit des Krieges in der Ukraine hat sich die Zahl der Kunden auf 250 – 300 erhöht, während zugleich die Supermärkte weniger Waren zur Verfügung stellen. Sie reduzierten das Angebot und änderten die Lagerhaltung. Bei unserem Besuch schilderte das Team die herausfordernde Situation.

„Die Märkte verkaufen nun meist bis zum letzten Tag des Mindesthaltbarkeitsdatums", erzählte Ayhan Boyraz, der als Fahrer mit einem Beifahrer die teilnehmenden Supermärkte abfährt. Er erzählte: "Wir nehmen nur mit, was wir auch selbst essen würden“. Hier im Laden wird dann noch einmal sortiert. Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, wird die Ware extra gekennzeichnet und verschenkt. Ansonsten werden fünf bis zehn Prozent des Ladenpreises berechnet. Alle Lebensmittel werden nachthaltig verwendet. Übrig gebliebenes holen Foodsharer ab oder werden an den Tierpark in Malsch gespendet.

Am Dienstag- und Freitagnachmittag ist der Tafelladen jeweils für drei Stunden geöffnet. Die Kunden sind Rentner, Arbeitslose, Geringverdiener und Geflüchtete – viele inzwischen aus der Ukraine. "Es hängen teilweise ganze Familien dran, von drei bis vier Personen, aber auch Großfamilien mit bis zu acht Kindern", erzählte Traudl Holleber. Sie kommen auch aus Nachbargemeinden nicht nur aus Wiesloch.

Durch den Andrang wurden die Ladenzeiten verdoppelt – das ist für die Helfenden eine große Belastung, erzählte Frau Huth. Coronabedingt dürfen nicht mehr als sechs Kunden gleichzeitig in den Laden. Es gibt ein rollierendes Einlasssystem. Durch fünf Farben unterscheiden sich die Kundenkarten und gewährleisten so, dass es gerecht zugeht und lange Wartezeiten vermieden werden. Jeder Farbgruppe wird während der Öffnungszeiten eine halbe Stunde zugewiesen. Die Reihenfolge wechselt jede Woche.

Zurzeit gibt es rund 100 engagierte Helferinnen und Helfer, die mit Freude bei der Sache sind. Die Unterstützung aus der Bevölkerung ist auch toll. Geldspenden sind willkommen, gerne können auch Sachspenden in Form von haltbaren Lebensmitteln montags abgegeben werden. Es war ein interessantes Gespräch mit den Verantwortlichen des Tafelteams. Zum Schluss durften wir noch einen Blick in die verschiedenen Räume werfen.

Tafelladen