Die LandFrauen Meckesheim & Mönchzell trafen, gemeinsam mit den LandFrauen Mauer, Förster Benno Künzig zu einer Exkursion durch den Wald.
Inge Hanselmann von der Rhein-Neckar-Zeitung hat uns begleitet und diesen schönen Bericht für uns geschrieben. Die LandFrauen haben sich sehr gefreut und bedanken sich herzlich dafür.
Meckesheim (IAH) Von Eiche bis Brennnessel, von Klimawandel bis Amphibientümpel und noch viel weiter reichten die Themen, die bei der Exkursion der Landfrauen durch den Wald zur Sprache kamen. Die Ortsvereine Meckesheim und Mauer hatten zu einer Exkursion mit dem Förster eingeladen. Rund 30 Frauen trafen sich bei der Salzberghütte mit Benno Künzig, dem Revier-Betreuer des Waldes, zu einem Streifzug durch den heimischen Forst.
Es wurde ein informativer Rundgang durch die frühlingshaft grünende Natur, die der Forstmann anhand verschiedener Waldbilder im Distrikt Mühlbach näher erläuterte. Der Klimawandel mit seinen Auswirkungen war das übergeordnete Thema. Dass seit den ersten Aufzeichnungen die Durchschnittstemperaturen kontinuierlich gestiegen sind, ist bekannt. Was bedeutet das für unsere Region? Bisher fühle sich die Buche als häufigste Baumart hier noch pudelwohl, erklärte Künzig; doch für die Zukunft rechne man angesichts steigender Temperaturen und weniger zur Verfügung stehendem Niederschlag mit zunehmenden Problemen. Die klimatischen Verhältnisse werden in den Jahren 2072-2100 nur noch „möglich“ bis „wenig geeignet“ für die jetzigen Baumarten sein, sagte er. Der Wald müsse mit neuen Baumarten angepasst werden; sein Aussehen werde sicherlich lichter, niedriger und weniger dicht werden.
Doch der Spaziergang ging an diesem Nachmittag durch den gewohnten Wald, der gerade mit Brennnessel, Sauerklee oder Bärlauch eine reiche Fülle wohlschmeckender, vitaminreicher Kräuter bietet. Die jungen Knospen an Bäumen und Sträuchern sind für das Wild eine konzentratreiche Nahrung nach den langen Wintermonaten, erfuhr man. Mist- und Ölkäfer sind unterwegs. Blühpflanzen wie Anemone oder Schlüsselblume erfreuen das Auge, solange sich die Blätterkrone der Bäume noch nicht geschlossen hat und genügend Licht den Boden erreicht.
Viele Ideen setzt die Forstverwaltung im Wald um. Künzig zählte einige auf: Rund um alte Eichbäume wird Platz geschaffen, um ihnen Licht zu geben und die Samenbildung zu unterstützen. Auf freigeschlagenem Raum wird die Naturverjüngung durch Ahorn- und andere Laubbäume gefördert. In Fichtenbeständen werden von Käfern befallene Exemplare zügig entfernt. Totholz wird für Pilze, Insekten und Vögel im Wald belassen. Vom Weg abgeleitetes Regenwasser wird in ausgebaggerten Tümpeln aufgefangen, um Amphibien das Laichen zu ermöglichen. Der Förster hatte Viel zu berichten und beantwortete fachkundig die zahlreichen Fragen, die aus der weiblichen Zuhörerschaft gestellt wurden. Zum Abschluss der anderthalbstündigen Wanderung zeigte anerkennender Applaus, wie gut den Landfrauen die Veranstaltung gefallen hatte.
