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Kategorie: Bammental-Reilsheim
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LandFrauen, Kakteen und Caroline - Ausflug 2022 der LandFrauen Bammental-Reilsheim

Hier gibt es den Bericht als PDF-Datei einschließlich einiger Bilder der Kakteen.

Trotz des angekündigten schlechten Wetters machten sich 12 LandFrauen und 2 Gäste sehr vergnügt am 30.04.22 mit dem Bus auf den Weg in die Pfalz. 

Das 1. Ziel war Steinfeld und das Kakteenland.

Zum Glück wachsen die Kakteen im Gewächshaus. Frau Neumann führte gekonnt durch die stacheligen Gesellen. Große, kleine, dicke, dünne, haarige und glatte, so unterschiedlich, wie auch wir Menschen sind. 

Besonders beeindruckend waren die gedrehten Säulen-Kakteen (Korkenzieher-Kakteen) die eine besondere Züchtung des Senior Chefs sind. Herr Beisel pikiert, trotz seines hohen Alters die Baby-Kakteen immer noch selbst. 

Essen kann man z.B. die Blattkakteen. Jeder konnte sich davon überzeugen. Der leicht saure, fruchtige Geschmack erinnerte ein bisschen an Gurke. Es gibt ein ganzes Kochbuch über Kakteengerichte.

Aber auch die vielen kleinen Besonderheiten mit wunderbaren Blüten haben uns sehr erfreut. Die berühmte Königin der Nacht, eine sehr unscheinbare, fast hässliche Kaktee, hat aber ihren großen Blühauftritt, wenn sich am Abend die Blüte öffnet und dann am Morgen schon wieder welk wird,

Eine LandFrau wusste dann von der „falschen Königin der Nacht“ oder auch „Bauern Königin der Nacht, zu berichten, die alle Jahre wieder fast am gleichen Tag ihre wunderbare rosa Blüte von 10-15cm Durchmesser hervorbringt. 

Natürlich wurden auch Fragen zum Gießen, Umsetzen und Düngen beantwortet. Nicht zu viel wässern, gerne im Sommer ins Freie stellen, aber vor der direkten Sonne schützen, sonst droht dem armen Kaktus Sonnenbrand und wichtig im Herbst bis in das Frühjahr fast gar nicht gießen, dann blühen die Kaktee gerne und viel. Zum Umsetzen gab es noch den Tipp den Kaktus in Zeitung zu wickeln oder mit speziellen stichfesten Handschuhen zu arbeiten. 

Die riesigen Schwiegermuttersitz-Kakteen ließen die eine oder andere LandFrau schmunzeln. Mag sein, dass da der Wunsch die eigene Schwiegermutter sitzen zu sehen vor dem geistigen Auge aufflammte.

Die Aloe Vera und die Produkte aus Aloe sind ein weiterer Punkt der Führung. Aloe-Gel oder Creme konnte auf der Haut getestet werden, aber auch Aloe-Getränke wurden gekostet mit unterschiedlicher Resonanz. Von lecker bis schmeckt fürchterlich waren alle Meinungen dabei.

Als kleine Aufmerksamkeit unseres Vereins überreichten wir Frau Neumann unser Kochbuch “Was ma selle mols gesse hot“.

Natürlich wanderte nach der Führung der ein oder andere Kaktus auch in den Einkaufskorb.

Bei Sekt und Brezel beendeten wir den ersten Punkt unseres Ausfluges.

Nur wenige Fahr-Minuten von Steinfeld entfernt liegt Bad Bergzabern. Der kleine Kurort am Rande des Wasgaus besticht durch kleine Gassen, Fachwerkhäusern und dem Schloss.

Zum Glück kam jetzt auch die Sonne raus und unsere Stadtführerin, Frau Becker, zeigte uns mit viel Elan ihre Stadt.

Viel Wissenswertes zum Beispiel über Caroline Nassau-Saarbrücken Fürstin Pfalz-Zweibrücken, die hier im Schloss Bergzabern ihren Witwensitz hatte. Sie ließ sich in der Bergkirche eine Fürstengruft bauen, in der sie beigesetzt werden wollte. Allerdings verstarb sie in Darmstadt beim Besuch ihrer kranken Tochter und so wurde sie in Darmstadt beigesetzt.

Da in der Kirche eine Fürstenloge fehlte wurde eine vergittertes Herrschaftsgestühl eingebaut. Eine Besonderheit der Kirche ist die Predigt-Sanduhr. Was auch relativ einmalig ist, ist der Zugang zur Orgel. Sie kann nur über eine schmale Treppe von außen erreicht werden. 

Die Überreste der Stadtmauer lassen sich nur noch an wenigen Stellen sehen. Der Erlenbach durchfließt Bad Bergzabern. Leider, wie in vielen anderen Orten auch, ist er nur an wenigen Stellen sichtbar, aber da kann man dann auch schon mal Forellen sehen.

Das ursprünglich als Wasserburg erbaute Schloss erlebte eine durchwachsene Geschichte. 1525 von lothringischen Bauern zerstört, mit zwei runden Wehrtürmen wieder aufgebaut, 1676 durch französische Truppen niedergebrannt, wieder aufgebaut, von Caroline und ihrem Hofstaat als Witwensitz genutzt, unter Napoleon versteigert und gelangte so in städtischen Besitz. 1909 wieder abgebrannt und wieder instand gesetzt wurde es als Schule und nun als Verwaltungsgebäude genutzt. Die Freitreppe dient im Sommer als Bühne für open air Veranstaltungen

Vieles gäbe es noch zu berichten, zum Beispiel über den Bismarckturm oder das Gasthaus zum Engel. Doch unsere Führung näherte sich dem Ende.

Aber hier noch etwas zum Weinbrunnen von Prof. Gernot Rumpf, der auch den Brückenaffen in Heidelberg zu seinen Werken zählt. 

Was wäre die Pfalz ohne Wein? Und so lautet die Inschrift auf dem Brunnen:

Als Noah, der Urahn aller Winzer, mit seiner Arche gestrandet war, schenkte ihm der Engel des Herrn eine Weinrebe. Damit die junge Rebe gut gedeihe, sollte er sie mit dem Blut eines Lammes und eines Affen begießen. Der Teufel, der diese Szene verfolgt hatte, fügte Weiteres hinzu: Blut vom Löwen und vom Schwein. 

Seit dieser Zeit gilt vom Wein:

Wer einen Krug trinkt, wird fromm und zahm wie ein Lamm.
Wer zwei trinkt, gelehrig und lustig wie ein Affe.
Wer drei trinkt, stark und brüllend wie Löwe.
wer aber vier trinkt, der grunzt und wälzt sich wie ein Schwein.

Hier endete unser Rundgang und da wir uns nicht wälzen wollten genossen wir den Nachmittag mit sehr leckerem Kuchen und Kaffee.

Am frühen Abend zurück in Bammental konnte wer wollte noch in den Mai tanzen oder ein leckeres Abendessen in der FC-Gaststätte einnehmen. 

Ein schöner Tag mit vielen schönen Erlebnissen ging zu Ende. 

Nun blieb nur noch eines zu tun ...

die Kakteen gut nach Hause bringen.